Auf dem Sportfeld Edwards wird gebaut

Auf dem Areal des ehemaligen Sportfeld Edwards entsteht eine neue Unterkunft für Geflüchtete. Geplant ist eine Modulbauanlage für bis zu 170 Personen. Das Grundstück stellt die Konversionsgrundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) zur Verfügung. Deren Muttergesellschaft, die Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BSMF), hat die Pläne in enger Abstimmung mit der Bauaufsicht, der Unteren Naturschutzbehörde und der Stabsstelle Flüchtlingsmanagement erstellt. Nachdem Bodenproben Anfang Juli keine bedenklichen Befunde ergaben, hat die BSMF den Bauantrag gestellt. Ende Juli erfolgte seitens der Bauaufsicht die Bewilligung, so dass die Bauarbeiten inzwischen beginnen konnten. Wenn alles nach Plan läuft, können die ersten Geflüchteten im März 2019 einziehen.

In zwei der fünf Holzmodule werden Familien wohnen (rund 80 Personen), je ein Modul wird mit allein reisenden Frauen bzw. Männern (je 40) belegt. Im 5., dem Verwaltungsmodul, befinden sich Büro-, Aufenthalts- und Lernräume sowie Plätze für weitere 10 Personen.

Zurzeit sucht die Stadt Frankfurt einen Betreiber für die Anlage, der die Menschen betreuen wird. Grundlage für den Betreibervertrag mit der Stadt sowie das Betreiberkonzept sind die „Kommunalen Standards und Rahmenbedingungen für die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen“, denen die Stadtverordnetenversammlung zugestimmt hat.

Steht die endgültigen Belegung fest, stimmt sich die Stabsstelle Flüchtlingsmanagement frühzeitig mit dem Stadtschulamt hinsichtlich Schul- und Kitaplätzen ab. Aufgrund der künftigen Bewohnerstruktur kann mit rund 40 Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren gerechnet werden. Gerade im Grundschulbereich wird es durch die neue Schule am „Schwarzen Platz“ zusätzliche Kapazitäten (Schule und Erweiterte Schulische Betreuung) geben.

Für die Sicherheit der Bewohner/ -innen wird es einen sogenannten Pfortendienst geben. Dieses direkt vom Betreiber eingestellte Personal ersetzt das klassische Security-Personal und übernimmt zusätzliche Aufgaben. So ist es für Bewohner/ -innen und Nachbar/ -innen abends und am Wochenende Ansprechpartner. Dieses Konzept hat sich bei anderen Unterkünften sehr bewährt.

Vor der Belegung der Unterkunft, voraussichtlich im 1. Quartal 2019, ist ein Besichtigungstermin vor Ort für interessierte Bürgerinnen und Bürger geplant. Bis dahin wird dann auch der Betreiber und ein Ansprechpartner für Nachbarn sowie für Bürgerinnen und Bürger feststehen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.

Die Stadt Frankfurt verwirklicht zurzeit in mehreren Stadtteilen neue Unterkünfte für Flüchtlinge. Dem Hessischen Landesaufnahmegesetz gemäß ist die Stadt verpflichtet, Asylbewerberinnen und Asylbewerber unterzubringen, die vom Land Hessen zugewiesen werden. Seit dem Jahr 2014 hat Frankfurt auf dieser Grundlage 7.300 Asylsuchende aufgenommen. Davon sind noch 4.900 Personen auf die Unterbringung durch die Stadt angewiesen. Die Zahl ist so hoch, weil die Menschen nach ihrer Anerkennung nur vereinzelt Wohnungen in Frankfurt finden. Die Folge ist, dass monatlich weniger Geflüchtete aus den Unterkünften ausziehen als neu dazu kommen. Dadurch steigt der Bedarf an Unterkunftsplätzen weiter an. Hinzu kommt, dass mehrere Unterkünfte nur befristet zur Verfügung stehen. Die wegfallenden Plätze müssen zusätzlich ausgeglichen werden.

Seit der Gründung der beim Sozialdezernat angesiedelten Stabsstelle Flüchtlingsmanagement im November 2015 wurden rund 40 Unterkünfte im gesamten Stadtgebiet verteilt realisiert. 266 Standorte wurden ebenfalls geprüft, mussten aber aus unterschiedlichen Gründen verworfen werden. Grundsätzlich ist es das Ziel, die Unterkünfte dezentral über das gesamte Stadtgebiet zu verteilen. Zurzeit werden außer bei Ihnen in Berkersheim auch in Schwanheim und Harheim Unterkünfte gebaut. In Oberrad und in Rödelheim starten die Bauarbeiten für weitere Unterkünfte demnächst.