Fakten zum Familiennachzug

Anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention dürfen ihre Familien nach Deutschland nachholen. Dieses Recht bezieht sich nur auf die Kernfamilie, sprich auf den Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner sowie auf minderjährige Kinder. Subsidiär Schutzberechtigte können ihre Familien momentan noch nicht nachholen. Ursprünglich sollte der Familiennachzug für diesen Personenkreis bis zum 31. März 2018 ausgesetzt sein. Diese Frist wurde nun bis 31. Juli 2018 verlängert. Auch danach ist der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte begrenzt – auf bundesweit 1.000 Personen pro Monat.

Personen, die als Familiennachzug nach Deutschland kommen, stellen keinen eigenen Asylantrag. Das Familienmitglied, das sich bereits in Deutschland aufhält, beantragt bei der zuständigen Ausländerbehörde den Familiennachzug. Die Familienangehörigen im Ausland müssen wiederum einen Antrag in der Deutschen Botschaft im jeweiligen Herkunftsland stellen. Voraussetzung hierfür ist ein eindeutiger Nachweis, dass es sich um Familienangehörige handelt. Vorgelegt werden müssen Ausweispapiere, Heiratsurkunden sowie Geburtsurkunden der Kinder. Bei fehlenden Geburtsurkunden kann unter Umständen auch ein DNA-Test als Nachweis gelten.

Sind alle Unterlagen vollständig, stellt die Deutsche Botschaft ein Visum aus, mit dem die Familienangehörigen legal nach Deutschland einreisen dürfen. Die Reise müssen sie selbständig organisieren und auch die Kosten dafür tragen. In Deutschland angekommen, haben sie Anspruch auf Unterbringung und Versorgung, falls sie wirtschaftlich nicht auf eigenen Beinen stehen.

Der Antrag auf Familiennachzug muss innerhalb von drei Monaten nach der Bewilligung des Asylantrags erfolgen. Wird der Antrag erst später gestellt, erfolgt eine Prüfung, ob der Geflüchtete in Deutschland ausreichend Einkommen und Wohnraum aufweisen kann, um seine Familie zu versorgen. Die Ausländerbehörden haben hier allerdings einen gewissen Spielraum und können unter besonderen Umständen den Familiennachzug auch nach Ablauf der Frist ohne diese Prüfung genehmigen.