Gesundheit

Asylbewerber erhalten selbstverständlich auch eine medizinische Versorgung. In den ersten 15 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland besteht jedoch nur Anspruch auf eine Grundversorgung – sprich, es werden akute Krankheiten und Schmerzen behandelt. Ist eine Behandlung notwendig, legt der Geflüchtete dem Arzt einen Abrechnungsschein vor, der quartalsweise vom Jugend- und Sozialamt ausgestellt wird. Darüber können die Kosten abgerechnet werden. Zur medizinischen Grundversorgung zählen auch Schutzimpfungen sowie notwendige Vorsorgeuntersuchungen. Ob eine Schutzimpfung notwendig ist, entscheidet der behandelnde Arzt. Gängige sind hier unter anderem Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Hepatitis B, Masern, Mumps oder Röteln. Bei Säuglingen und Kindern wird üblicherweise ein Stoffwechselscreening sowie ein Hüft- und Hörscreening durchgeführt.

Die Kosten für Zahnbehandlungen werden in diesem Zeitraum nur erstattet, wenn ein Aufschub nicht möglich ist. Schwangere und Wöchnerinnen können bereits in den ersten 15 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland eine umfassende ärztliche und pflegerische Hilfe nutzen.

Nach 15 Monaten haben Asylbewerber den gleichen Anspruch auf medizinische Versorgung wie alle anderen Sozialhilfeempfänger. Sie haben freie Krankenkassenwahl und erhalten ein gängiges Krankenkassen-Kärtchen. Das bedeutet jedoch auch, dass sie ggf. zu den in Anspruch genommenen Leistungen zuzahlen müssen –  maximal in einer Höhe von zwei Prozent ihres Regelsatzes, bei chronischen Krankheiten nur in Höhe von einem Prozent.

 
 
Weitere Beiträge zum Thema Gesundheit