Kita und Schule

Flüchtlinge haben ebenso Anspruch auf Kita-Plätze und sind genauso schulpflichtig wie alle anderen Bürger. Zudem können Schüler unter 24 Jahren Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragen.

Hier beantworten wer häufige Fragen rund um die Themen Kita und Schule:

Kindererziehung

Dürfen Kinder von Asylsuchenden eine Kindertageseinrichtung besuchen?

Ja. Asylsuchende, die der Stadt Frankfurt zugewiesen sind, haben wie deutsche Kinder einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in Kindertagespflege (§ 6 Abs. 2 SGB VIII). D. h. ab Vollendung des ersten Lebensjahres bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres können sie die Betreuung in einer wohnortnahen Kindertageseinrichtung oder bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater verlangen. Vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt besteht ein Anspruch auf den Besuch einer Tageseinrichtung.

Seit dem 01.08.2018 ist die Betreuung in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege für Kinder ab dem 1. eines Monats, in dem das Kind das 3. Lebensjahr vollendet hat, bis zum Schuleintritt kostenfrei.

Weitere Details zur neuen Regelung finden Sie hier.

Die Betreuung für unter Dreijährige bleibt kostenpflichtig. Wenn den Erziehungsberechtigten diese Kosten nicht zuzumuten sind, kann beim zuständigen Jugendamt die teilweise oder vollständige Übernahme der Kosten beantragt werden (§ 90 Abs. 3 SGB VIII). Denn Geflüchtete, die Frankfurt zugewiesen sind, können grundsätzlich Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Dazu zählt neben dem Betreuungsentgelt für eine Kindertageseinrichtung auch das Entgelt für Mittagessen und gegebenenfalls für weitere Verpflegungsentgelte, wie etwa für Snacks.

Können asylsuchende Kinder eine Schule besuchen?

In Hessen besteht gesetzliche Schulpflicht. Diese gilt auch für Flüchtlingskinder, sobald deren Familien aus den Erstaufnahme-Einrichtungen den Kommunen fest zugewiesen werden.

Die Vollschulzeitpflicht beginnt für alle Kinder, die bis zum 30. Juni das sechste Lebensjahr vollendet haben, am 1. August eines Jahres. Sie beträgt in der Regel neun Jahre (Grundschule und weiterführende Schule).

Wofür gibt es eigentlich Intensivklassen?

Die Einschulung beginnt nach der Zuweisung der asylsuchenden Familie in eine Gebietskörperschaft (Gemeinde, Landkreis, Kommune). Nach Anmeldung bei der Meldebehörde werden die relevanten Informationen (Feststellung der Schulfähigkeit, ärztliche Untersuchung etc.) an das Schulamt weitergeleitet und das Beschulungsprozedere beginnt. Anschließend werden die Kinder eingeschult.

Kinder ab der 3. Klasse, die keine oder kaum Sprachkenntnisse haben, werden in sogenannte Intensivklassen eingeschult. (Allerdings verfügt nicht jede Schule über Intensivklassen.) Seit dem Schuljahr 2016/17 können auch Kinder der ersten und zweiten Klasse bis zu 8 Monate eine Intensivklasse besuchen. Anderenfalls werden sie direkt in die Regelschule eingeschult.

Intensivklassen werden ab 10 Kindern eingerichtet und dann bis max. 16 Kinder aufgefüllt.

Die Intensivklassen werden in der Regel für ein Schuljahr besucht, maximal für 2 Jahre. Es obliegt dem Klassenlehrer festzustellen, ob ein Kind bereits vor Ablauf eines Schuljahres in die Regelschule umgeschult werden kann.

Von der Einleitung der Schulfähigkeit bis zur Schaffung und dem Besuch einer neuen Intensivklasse können bis zu drei Monate vergehen.

Kitaplatz: Wie können Familien ihre Kinder anmelden?

Es gibt drei Möglichkeiten, Kinder für einen Kita-Platz in Frankfurt zu registrieren:

  • Online über „kindernet Frankfurt“: Wird dieser Weg gewählt, müssen alle weiteren Schritte ebenfalls online erfolgen.
  • Persönlich beim Stadtschulamt, Seehofstraße 41, Frankfurt-Sachsenhausen (Nähe S-Bahn-Station Mühlberg) – Zimmer 326 und 327 zu folgenden

Sprechzeiten:

Persönliche Sprechzeiten:

Dienstag:       14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Donnerstag:  14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Freitag:           09:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Dort kann vereinbart werden, dass das weitere Verfahren auf dem Postweg erfolgt.

Telefonische Sprechzeiten:

Montag:         09:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Mittwoch:      14:00 Uhr bis 17:00 Uhr

  • Persönlich bei einer Kita, die das Kind aufnehmen würde. Die Kita-Leitungen können die Kinder direkt im zentralen System so erfassen, dass das weitere Verfahren auf dem Postweg erfolgt. Sollten Sie Kontakte zu einer Kita haben, bitten Sie die Leitung, ausnahmsweise die Erfassung für die Eltern geflüchteter Kinder zu übernehmen.

 

Einschulung

Zwei Schritte sind nötig, bis ein Kind in die Schule gehen kann:

  1. Beratungstermin beim ABZ Das Kind/die Kinder müssen mit den Eltern (einem Elternteil) oder einem Vormund (Nachweis nötig!) zum Beratungstermin. Dort wird eingeschätzt, welche Vorkenntnisse die Kinder haben. Ältere, bisher nicht alphabetisierte Kinder werden speziellen Alpha-Klassen zugewiesen, andere je nach Kapazitäten auf die Schulen mit I-Klassen verteilt. Das ABZ hat keine Dolmetscher/innen – diese müssen mitgebracht werden, wenn die Eltern nicht ausreichend Deutsch sprechen. Weitere Informationen & Kontaktdaten finden Sie => hier
  2. Untersuchungstermin im Gesundheitsamt Nach dem Termin beim ABZ muss eine Gesundheitsuntersuchung für Seiteneinsteiger beim Gesundheitsamt erfolgen.

Dazu muss telefonisch ein Termin vereinbart werden unter

Tel. 069 – 212 33831
Adresse: Breite Gasse 28,  60313 Frankfurt am Main

Die Untersuchung kann nur im Beisein der Eltern (einem Elternteil) oder eines Vormunds (Nachweis nötig!) durchgeführt werden. Ein/e Dolmetscher/in muss mitgebracht werden. Bis Ende des Jahres 2016 stehen beim Gesundheitsamt Dienstags Vormittag für die Sprachen Farsi/Dari, Pashto und Arabisch Dolmetscher/innen zur Verfügung. Sollte es Probleme bei der Beschaffung von Dolmetscher/innen geben, sollte um einen Untersuchungstermin an einem Dienstagvormittag gebeten werden.

Asylsuchende Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahre werden vom Aufnahme- und Beratungszentrum (ABZ) für Seiteneinsteiger an Berufsbildenden Schulen beraten und zugewiesen.

Weitere Informationen & Kontaktdaten finden Sie => hier

Auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen müssen die Untersuchung beim Gesundheitsamt durchlaufen.

Übernahme oder Erstattung von Fahrtkosten zur Schule

Für alle Schüler/innen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen und Frankfurt am Main zugewiesen sind, übernimmt das Stadtschulamt seit dem Schuljahr 2016/17 die Fahrtkosten (nach § 161 Hess. Schulgesetz). Dafür wird das Schülerticket Hessen zur Verfügung gestellt. Es wurde zum Schuljahr 2017/18 eingeführt und gilt in ganz Hessen.

Bedingung:

  • der Weg zur Grundschule ist länger als 2 km

der Weg zur weiterführenden Schule ist länger als 3 km

Kontakt zum Stadtschulamt bei Rückfragen:

Sebastian Klanert sebastian.klanert@stadt-frankfurt.de

Hier können Sie den Grundantrag für die Fahrtkostenerstattung herunterladen:

Grundantrag Schülerbeförderung

 

Schüler mit Leistungen nach Arbeitslosengeld II

Geflüchtete Schüler, deren Eltern Leistungen nach Arbeitslosengeld II beziehen, müssen für die Fahrtkosten Vorkasse leisten. Sie erhalten das Schülerticket Hessen über den Grundantrag, der Grundlage für eine Fahrkostenerstattung zum Halbjahresende bzw. Schuljahresende ist. Erst ab dem 2. Jahr (d.h. nach positivem Bescheid und Erstattung) erfolgt ein automatischer Versand des Schülertickets, sofern weiterhin ein Anspruch besteht.

Schüler, die die Oberstufe, Berufsschulen oder InteA-Klassen besuchen, müssen einen Erstattungsantrag über das „Bildungs- und Teilhabepaket“ (BUT) stellen.

 

Kosten für das Schülerticket Hessen:

Das neue Schülerticket Hessen kostet regulär bei Einmalzahlung 365 Euro pro Jahr. Der Preis für Frankfurt-Pass-Inhaber beträgt 239 Euro.

Bildungs- und Teilhabepaket (BuT)

Welche Leistungen gibt es?

Für Schüler/innen im Alter von 0-24 Jahren, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, können Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragt werden.

  • Erstattung bereits gezahlter Fahrtkosten

Wer für das laufende Schuljahr noch keine Fahrkarte hat, sollte sich schnellstmöglich an das Stadtschulamt wenden:

  • Schulbedarf (jeweils zum 1.8. des Jahres € 70,00, zum 1.2. € 30,00)
    • Ausflüge mit der Schule oder der Kindertageseinrichtung
    • Klassenfahrten oder mehrtägige Freizeiten mit der Kindertageseinrichtung
  • Lernförderung
  • Zuschuss zur Mittagsverpflegung in Schule und Kindertageseinrichtung
  • Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben (nur für Kinder und Jugendliche 0-17 Jahre, € 10 monatlich, z. B. für Vereinsangebote, Musikunterricht oder Ferienfreizeiten)
  • Fahrtkostenzuschuss (aktuell für Asylbewerber/innen in Frankfurt nicht relevant – siehe Frage zur Übernahme bzw. Erstattung von Fahrtkosten)
  • Weitere Informationen finden Sie => hier