Rückblick

Nach einem vergleichsweise ruhigen Jahr 2017 hat sich in den ersten Quartalen 2018 die Unterbringungssituation für Geflüchtete in Frankfurt zunehmend verschärft. Denn Zuweisungszahlen sind angestiegen und auch Geflüchtete, die schon längere Zeit in Frankfurt leben, finden nur schwer eigenen Wohnraum. Das führt dazu, dass immer wieder neue Unterkünfte eröffnet werden müssen. Im vergangenen Jahr wurden der Stadt rund 400 Flüchtlinge neu zugewiesen – allein in der ersten Jahreshälfte 2018 waren es fast genauso viele. Zudem steigt die Anzahl der Familiennachzüge an.

Das führte unter anderem dazu, dass zwei passiv gestellte Notunterkünfte wieder eröffnet werden mussten. Aber auch neue Übergangsunterkünfte – Wohnraum mit ausreichend Privatsphäre und der Möglichkeit zur Selbstversorgung – wurden eröffnet. Dennoch leben immer noch rund 800 Flüchtlinge in Hotels und weitere 800 in Notunterkünften.

Zunächst boten die Notunterkünfte der Stadt Frankfurt keine Möglichkeit zur Selbstversorgung. Da aber immer wieder die Rückmeldung kam, wie wichtig es für die Bewohner ist, selbst zu kochen, wurde nachgerüstet. Die Stabsstelle errichtete 2017 für zwei große Notunterkünfte Leichtbauhallen mit Gemeinschaftsküchen. Somit sind zurzeit nur noch rund 400 Geflüchtete auf ein Catering angewiesen. Denn auch in einem Großteil der Hotels haben die Bewohner Zugang zu einer Küche.

Wohnsitzauflage

Für die Stadt Frankfurt ist es vorteilhaft, dass die Landesregierung zum 1. September 2017 die Wohnsitzauflage eingeführt hat. Denn ohne diese Auflage würde der Druck auf das Unterbringungssystem vermutlich weiter steigen, da es viele Geflüchtete in die Städte zieht. Durch das neue Integrationsgesetz ist es nun möglich, auch anerkannten Flüchtlingen den Wohnsitz in den ersten drei Jahren vorzuschreiben, solange sie noch nicht selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Das soll verhindern, dass Ballungsräume weiter belastet werden.

Solange das Asylverfahren läuft, müssen Geflüchtete bundesweit in dem Kreis oder der Kommune wohnen bleiben, der sie zugewiesen wurden.

Die große Flüchtlingsbewegung 2015 / 2016

Anfang September 2015 kamen noch regelmäßig Flüchtlinge zum Teil mit Sonderzügen am Frankfurter Hauptbahnhof an, die vor allem über die sogenannte Balkan-Route aus Österreich und schließlich München nach Frankfurt kamen. Einige reisten weiter in die Erstaufnahmeeinrichtungen anderer Bundesländer, Städte und Kommunen, viele blieben aber auch in Frankfurt.

Die Ankommenden wurden zunächst von vielen engagierten freiwilligen Helfern am Gleis 24 erstversorgt. Danach oblag die Erstversorgung am Frankfurter Hauptbahnhof dem Frankfurter Verein für soziale Heimstätten.

Im März 2016 wurde die Balkan-Route geschlossen. Auch auf anderen Wegen kommen inzwischen weit weniger Flüchtlinge nach Deutschland und auch nach Frankfurt. Im Juni 2016 wurde daher die Betreuungsstelle am Hauptbahnhof geschlossen. Die Versorgung der noch Ankommenden übernimmt seither die Bahnhofsmission

Aufgrund der gesunkenen Zahl der Geflüchteten wurde auch die Außenstelle der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Frankfurt geschlossen. Sie befand sich auf dem 40.000 m² großen, ehemaligen Neckermann-Areal in der Hanauer Landstraße in Frankfurt Fechenheim. Bis zu 2.000 Menschen haben hier zeitweise Platz.