Aufenthaltserlaubnis trotz Ablehnung

Ein abgelehnter Asylantrag ist für viele Asylbewerber ein Schock. Schließlich teilt das Schreiben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dem Betroffenen mit, dass er innerhalb von 30 Tagen die Bundesrepublik Deutschland verlassen muss. Wird der Antrag als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt, beträgt die Frist bis zur Ausreise sogar nur sieben Tage.

Was vielen aber nicht bewusst ist: Ein abgelehnter Asylantrag bedeutete nicht zwingend, dass die Person innerhalb weniger Tag im Flugzeug Richtung Heimatland sitzt. Denn oftmals kann eine Entscheidung mit Hilfe einer Klage beim Verwaltungsgericht noch gedreht werden. Bei rund einem Viertel der Fälle ist der Rechtsweg erfolgreich. Auch sind die Hürden, Klage gegen die Entscheidung des BAMF einzureichen, nicht hoch: Jede Person kann ohne juristischen Beistand die Asylentscheidung rechtlich anfechten. Denn es besteht keine Anwaltspflicht. Ohne anwaltliche Hilfe werden auch keine Kosten fällig. So entstehen keine Gerichtskosten für den Kläger.

Fühlt sich ein abgelehnter Asylbewerber nicht in der Lage, ein entsprechendes Schreiben zu verfassen, kann er die Klage mündlich beim Verwaltungsgericht Frankfurt erheben.

 

Verwaltungsgericht Frankfurt
Adalbertstraße 18
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 / 13 67 – 01
Telefax: 0611/ 327 618 535

Sprechzeiten:
Mo.- Do. 7.30 Uhr – 16.00 Uhr
Fr. 7.30 Uhr – 14.30 Uhr

 

Wichtig: Rechtsantragstelle ist nur von Mo.- Fr. 9.00 Uhr – 12.00 Uhr geöffnet.

 

Alternative Wege zur Aufenthaltssicherung

Es gibt zudem Wege zur Aufenthaltssicherung jenseits des gängigen Asylverfahrens beim BAMF. Geduldete Geflüchtete können bei der Ausländerbehörde einen Antrag auf Aufenthaltserlaubnis stellen. Durch Neuerungen im Aufenthaltsgesetz gibt die Möglichkeit für unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) sowie junge Asylbewerber, durch eine gelungene Integration eine Aufenthaltserlaubnis zu erlangen. Geregelt ist das etwa durch den §25a des Aufenthaltsgesetzes „Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten Jugendlichen und Heranwachsenden“. Der besagt unter anderem, dass jugendlichen oder heranwachsenden geduldeten Ausländern eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden soll, wenn sie in Deutschland seit vier Jahren erfolgreich eine Schule besucht oder einen anerkannten Schul- oder Berufsabschluss erworben haben. Somit kann sich die Integrationsbereitschaft der Asylbewerber direkt auf den Aufenthaltsstatus auswirken.

Der Paragraf besagt weiter, dass den Eltern oder dem Elternteil eines minderjährigen Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden kann, wenn der Lebensunterhalt eigenständig durch Erwerbstätigkeit gesichert ist.

Weitere Informationen zum Aufenthaltsgesetz finden Sie hier