Der Weg zur eigenen Wohnung

Der angespannte Wohnungsmarkt in Frankfurt stellt viele Geflüchtete vor eine große Herausforderung. Denn eigenen Wohnraum zu finden, ist nicht einfach. Gesetzlich sind anerkannte Flüchtlinge, die noch kein eigenes Einkommen haben, anderen sozial schwachen Menschen in Deutschland gleichgestellt. Sprich, sie erhalten Leistungen nach SGB II und können im Jobcenter die Übernahme der Miete beantragen. Nicht anerkannte Flüchtlinge erhalten Leistungen über das Sozialamt. Auch sie können die Übernahme der Miete beantragen, wenn sie eigenständig eine Wohnung finden. Dafür muss der künftige Vermieter eine Mietbescheinigung ausfüllen. Darin werden etwa Lage, Größe, Ausstattung, Preis und Beginn des Mietverhältnisses abgefragt.

Wohnen

Die Vorgehensweise

Hat der Betroffene eine passende Wohnung gefunden, prüft die zuständige Stelle die Höhe der Nettokaltmiete. Bei Flüchtlingen, deren Asylverfahren noch läuft, übernimmt diese Aufgabe das Sozialamt, bei anerkannten Geflüchteten das Jobcenter. Die Miete muss im Rahmen des Mietspiegels liegen. Ist das der Fall, erhält der Vermieter eine Mietübernahme-Zusage von der jeweiligen Stelle. Da auch die Kaution übernommen wird, muss der Mieter zudem eine Abtretung seiner Rechte an einer Kautionsrückzahlung unterzeichnen. Dann können Vermieter und Mieter einen Vertrag abschließen.

Wichtig: Zuvor geschlossene Verträge werden von den Ämtern strikt abgelehnt, die Miete wird in diesem Fall nicht übernommen.

Öffentlich geförderter Wohnraum

Anerkannte Flüchtlinge können sich beim Amt für Wohnungswesen für eine Sozialwohnung bewerben – jedoch müssen sie mit sehr langen Wartezeiten rechnen (in der Regel mehrere Jahre). Voraussetzung, um in öffentlich geförderten Wohnraum ziehen zu können, ist eine Registrierung beim Amt für Wohnungswesen, in der Abteilung für 3 Wohnraumversorgung. Die Registrierung ist jeweils ein Jahr gültig. Ändern sich die persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Bezug einer Sozialwohnung, ist der Mieter weiterhin berechtigt, diese nutzen. Bei einem Umzug muss allerdings erneut nachgewiesen werden, dass ein Anspruch besteht.­

Voraussetzungen:

Wer in öffentlich geförderten Wohnraum ziehen möchte, darf eine Einkommensgrenze nicht überschreiten. Diese Grenze liegt bei:

  • 1-Personenhaushalt: 15.572 Euro
  • 2-Personenhaushalt: 23.626 Euro
  • Für jede weitere Person: 5.370 Euro
  • Für jedes Kind im Sinne des § 32 EStG zusätzlich 650 Euro

Auch müssen weitere Kriterien erfüllt sein:

  • Das Asylverfahren muss positiv abgeschlossen sein
  • Eine Bindung an die Stadt Frankfurt am Main muss nachgewiesen werden, sprich die Person muss bereits ein Jahr seinen Hauptwohnsitz in der Stadt haben oder einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz vorweisen können. Auch eine Zuweisungsverfügung des Regierungspräsidiums Darmstadt gilt als Bindung an Frankfurt
  • Die derzeitige Unterbringung ist unzureichend (sprich, es ist kein eigener Wohnraum vorhanden, die Person lebt in einer Notunterkunft, Wohnungsverlust droht, Wohnfläche ist zu gering etc.)

Ablauf bei der Vermittlung einer Sozialwohnung

Das Verfahren der Vergabe von Sozialwohnungen ist automatisiert. Wenn eine passende Wohnung bereit steht, wird der Bewerber automatisch benachrichtigt. Das Amt für Wohnungswesen wird mindestens drei potentielle Mieter für eine Wohnung vorschlagen. Der Vermieter kann sich dann entscheiden, an wen er die Wohnung vermietet. In der Liste gilt das Nachrückverfahren. Aktuell sind rund 10.000 Haushalte als wohnungssuchend registriert.

Weitere Informationen zu Vermittlung von Sozialwohnungen erhalten Sie hier.

Amt für Wohnungswesen
Adickesallee 67-69
60322 Frankfurt am Main

Tel: +49 (0)69 212 34742
E-Mail: info.amt64@stadt-frankfurt.de

Nach dem Umzug

Eine neue Wohnung muss innerhalb von zwei Wochen beim zuständigen Bürgeramt angemeldet werden. Der Vermieter stellt dafür eine Bescheinigung aus.

Wichtig: Eine verspätete Anmeldung kann eine Strafe von bis zu 1.000 Euro nach sich ziehen.